Allgemeine Informationen zum Wachstumshormon (STH/Somatropin/HGH)
Wirkstoffgruppe: Peptidhormon
Molekulargewicht: 22,13 mg/mol
Östrogenbildung: nicht vorhanden
Androgene Wirkung: nicht vorhanden
Anabole Wirkung: nicht vorhanden (indirekt)
Chemie
Das Wachstumshormon ist ein Polypeptidhormon, das aus 191 Aminosäuren besteht. Es wird beim Menschen in der Hypophyse produziert und bei entsprechenden Reizen (z. B. Training, Schlaf, Streß, niedriger Blutzuckerspiegel) ausgeschüttet. Es wird in seiner synthetisch hergestellten Form unter den Handelsnamen Jintropin®, Saizen®, Genotropin® und seit 2006 als Biosimilar mit dem Handelsnamen Omnitrope® vertrieben.
Seid 1963 wird Somatropin zu Behandlung des Kleinwuchses eingesetzt, wenn er durch Wachstumshormonmangel im Körper verursach worden ist. Außerdem wird HGH bei folgenden Medizinischen Indikationen verschrieben: Ullrich-Turner-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom und selten bei chronischer Niereninsuffizienz. Damals wurde es aus Hypophysen von Toten gewonnen, doch aufgrund der Gefahr, an der Kreuzfeld-Jacob Krankheit zu erleiden, wurde es im Jahr 1985 weltweit verboten. Seitdem wird Somatropin unter großem Aufwand gentechnologisch hergestellt.
Wie eingangs erwähnt, wird Somatropin in der Hypophyse (Hirnhangdrüse) gebildet. Sobald es freigegeben ist, übt es viele Funktionen im Körper aus. Somatropin (STH) ist ein Protein, welches die Körperzellen zum Wachstum anregt und erhöht das Tempo der Aufnahme von Aminosäuren und Protein in den Zellen. Darüber hinaus bewirkt STH eine gesteigerte Proteinsynthese. Kurz gesagt, STH wirkt anabol, also aufbauend.
Interessant ist, wie sich die muskelaufbauende und fettabbauende Wirkung auf Menschen unterscheidet. Die einen schwärmen von Wundermittel und sind überzeugt von diesem Medikament, die anderen stempeln es mittlerweile als schwach ab und schieben es in die Ecke Anti-Aging hinein. Fakt ist, dass mit einer kurzzeitigen Einnahme keine Ergebnisse zu erwarten sind. Erst bei Langzeitgebrauch von mindestens 6 Monaten werden die dramatischen Verwandlungen ersichtlich, die mit Hilfe von Wachstumshormon zu erzielen sind.
Viele selbsternannte Gurus sehen HGH als das Anti Aging Mittel an. In vielen Kliniken in den USA wird es von Ärzten als „Jungbrunnen“ verschrieben/verkauft und das mit viel Erfolg.
Im Alter sinkt der Wachstumhormon-Ausstoß rapide ab, man fühlt sich unsportlich, verliert Magermasse, nimmt an Fettgewebe zu und die Haut verliert an Elastizität. Um diese Umstände weiter zu verzögern/aufzuhalten, werden jedes Jahr erfolgreich 100.000 Menschen in den USA therapiert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Trend nach Europa rüberschwappt.
Schauen wir uns denn anabolen Effekt mal genauer an: (1) Eine Studie aus dem Jahr 2003 zeigt, dass beim Joggen/Laufen unter HGH ein anaboler Zustand möglich ist. Dieser Effekt fällt natürlich stärker aus, wenn parallel Steroide eingenommen werden und genügend Eiweiß in Form von Nahrung/Supplementen aufgenommen werden.
Einige Athleten fragen sich, wieso STH die Kraft ansteigen lässt. Viele wissen nicht, das STH die Fähigkeit besitzt, Bindegewebe, Sehnen und Knorpel zu stärken, was einer de Hauptgründe für den teilweise enormen Kraftzuwachs sein könnte, den manche Athleten erfahren.
Viele Athleten sprechen auch von einem synergistischen Effekt, wenn neben dem Wachstumshormon Steroide (wie Testosteron und/oder Trenbolon), Insulin und Schilddrüsenhormone verabreicht werden. Begründet wird das mit der Wirkung der einzelnen Medikamente. Steroide erhöhen den Proteinbedarf und steigern zu einem den IGF1-Wert und zum anderen die Proteinsynthese, das Insulin fördert die Kohlehydrate schnell und direkt in die Muskeln, bei Einnahme von Schilddrüsenhormonen kommt es zu einem gesteigerten Fettabbau und die Applikation von IGF kann unter Umständen den IGF1 Wert erhöhen, der ernorm wichtig für den Muskelaufbau ist.
STH reguliert die Aktivität von IGF – 1, indem es wichtige Proteine erhöht – speziell IGFBP – 3 Insulin-like Growth Factor Binding Proteine und ein weiteres wichtiges Protein. Er erhöht die Halbwertszeit von IGF – 1 im Körper, was bedeutet, das dieses wichtige Hormon für den Muskelaufbau dem Athleten länger zur Verfügung steht.
Außerdem soll HGH einen wichtigen Einfluss auf die IGF – 1 Aktivität im Körper besitzen. Erinnern wir uns. Viele Studien belegen, dass Muskelwachstum vom Krafttraining das Ergebnis von IGF – 1 ist. Dieser soll aber nicht wie angenommen in der Leber, sondern in den jeweiligen Muskel produziert werden. Um den Zusammenhang zwischen IGF – 1 und Muskelwachstum zu verstehen muss ein wenig mehr erklärt werden. Nach jeder körperlicher Belastung/Training entsteht ein starker Reiz in den Muskel. In der Ruhephase und unter Einfluss von IFG – 1 vermehren sich nun diese und der Muskel wächst.
Um den ganzen Progress veranschaulichen zu können, müssten noch mal zehn Seiten verfasst werden, um den Hintergrund zu verstehen.
Alle eben genannten Punkte sollen mit STH noch dramatischer ausfallen, was man Anhand der heutigen Profibodybuilder im Vergleich zu Profis aus den 80er und 90er Jahre deutlich sehen kann. Die Profis besitzen deutlich mehr Muskelmasse als früher, vor allem an den Beinen und ohne dass die Definition darunter gelitten hätte.
Da STH ein teueres Medikament ist, aber die Nachfrage gleichzeitig ernorm hoch ist, kommen viele Fälschungen im Spiel. Gerne werden HCG als teueres HGH verkauft oder es wird anstatt Somatropin mit billigem Somatrem abgefüllt. Bei Somatrem handelt es sich um Wachstumshormon, das aus 192 Aminosäuren besteht und nicht aus 191 Aminosäuren. Die Effekte auf den Muskelaufbau und Fettabbau sollen laut Erfahrungsberichten gleich ausfallen, nur können andere Nebenwirkungen auftreten, wie beispielsweise Gelenkschmerzen und übermäßige Wasserspeicherung.
Anfänger:
Auch wenn sich die positiven Wirkungen verlockend anhören, ist HGH nichts für Anfänger, die ein wenig Fett verlieren wollen bzw. Muskeln aufbauen wollen. Hierfür genügt eine niedrig dosierte Testosteron Kur allemal, die bei entsprechenden Reiz (=Training) und solider Ernährung auch zufriedenstellende Ergebnisse hervorrufen kann. Trotzdem muss eindeutig erwähnt werden, dass ein Muskelaufbau bei parallelem Fettabbau nur in einem sehr geringen Umfang möglich ist. Sollte der Wunsch sein, zusätzlich ein wenig Fett abzubauen, kann über eine Einnahme von Ephedrin geliebäugelt werden, was zusätzlich ein wenig Fett schmelzen lässt.
Hobby:
Da STH mittlerweile nicht nur für Elite Sportlern vorbehalten ist, verwenden immer mehr Hobbytathleten STH, um einen imposanten Körper aufzubauen. Trotzdem muss jeder für sich entscheiden, ob er die möglichen Nebenwirkungen in Kauf nimmt und ob er wirklich die Wirkung von STH nötig hat. Sollte sich der Athlet mit dieser Frage auseinander gesetzt haben, bleibt die Frage nach einer geeigneten Dosierung.
Sollte der Hobbyathlet noch keine Erfahrung mit STH haben, wird in der Regel mit 2 IE angefangen. Diese können einmal täglich subkutan injiziert oder auf zwei Gaben am Tag verteilt werden. Viele Sportler beobachten erst eine Formverbesserung nach 4 Wochen, da es Anfangs zu einer Wasserspeicherung führen kann. Es ist allgemein bekannt, das STH besser wirkt, wenn die Einnahme über mehrere Monate verläuft. Das ist auch in der Regel problemlos, wenn nicht hoch dosiert wird, da es ein körpereigenes Hormon ist.
Sollte der Anwender mehr Geld zur Verfügung haben, stockt er oftmals auf 4 IE auf. Bei solch einer Dosierung steigt der Bedarf an Insulin oder Schilddrüsenhormone noch nicht unbedingt, wird zur Sicherheit aber in regelmäßigen Abständen überprüft.
Wettkampf:
Gerade in den Wettkampfbereich ist die Applikation von STH die Regel. Besonders hier scheiden sich die Geister, wenn es um das Thema Dosierung geht.
Viele Experten gehen davon aus, dass Dosierungen bis 46 IE am Tag unter Profis gebräuchlich sind. Andere hingegen behaupten, mit 8 IE fantastische Resultate zu erzielen. Wie immer wird die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen. Tägliche Dosierungen zwischen 8 und 16 IE scheinen am naheliegendsten.
Frauen:
Frauen verwenden sehr gerne STH, da hiermit ein Muskelauf- und Fettabbau ohne mögliche Virilisierung gegeben ist. Dosierungen zwischen 1 und 4 IE pro Tag scheinen hier gebräuchlich.
Andere Sportarten:
Da die Einnahme von STH schwer nachzuweisen ist und durch Einnahme die Leistung in allen Bereichen stark ansteigen kann, wird in wahrscheinlich jeder Sportart mit STH gearbeitet. Je nach Sportart wird mit 1 IE bis maximal 16 IE gearbeitet.
Nebenwirkungen:
Diese Substanz wird von vielen Ärzten verschrieben, da es älteren Menschen helfen soll, die körperliche und geistliche Leistung aufrecht zu halten.
Doch was genau ist bei einer moderaten bzw. therapeutischen Dosis zu erwarten? STH kann die Knochendichte steigern, sowohl den psychischen Antrieb als auch das psychische Wohlbefinden verbessern und den Fettgehalt „normalisieren“
Bei übermäßiger Zufuhr von dem Wachstumshormon können folgende Nebenwirkungen auftreten:
Es kann zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen, weshalb bei hohen Dosierungen oftmals parallel Schilddrüsenhormone exogen verabreicht werden. Außerdem kann es zu einer Überlastung der Bauchspeicheldrüse kommen, was wiederum zdie exogene Zufuhr von Insulin notwendig werden lassen kann.
Die am meisten auftretende Nebenwirkung sind laut Anwender „einschlafende Hände“ (bekannt als „Karpaltunnelsyndrom“), bedingt durch intrazelluläre Wasserspeicherung, die auf die Nerven drücken kann, die aber bei einer Dosisveringerung in der Regel wieder verschwindet.
Verfügbarkeit:
War vor einigen Jahren die Verfügbarkeit noch stark eingeschränkt, wird der Schwarzmarkt heutzutage mehr und mehr von STH überschüttet. Bei einem Großteil handelt es sich hierbei um billiges Somatrem, das als höherwertiges 191-aa-Wachstumshormon angeboten wird. Preise zwischen 1 und 2 Euro pro IE sind heutzutage keine Wunschvorstellung mehr, allerdings sollte beachtet werden, dass geringe Preise auch mit geringer Qualität einhergehen.
(1)
High dose growth hormone exerts an anabolic effect at rest and during exercise in endurance-trained athletes.J Clin Endocrinol Metab. 2003 Nov;88(11):5221-6.
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